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Resolution des Gemeinderats Geiersthal zum Dauerbetrieb auf der Bahnstrecke Gotteszell - Viechtach

21. 10. 2020

Die immer noch ungewisse Situation betreffend die Bahnlinie Gotteszell – Viechtach bewegt und belastet die Menschen in der Region und ganz besonders auch in der Gemeinde Geiersthal. Der Gemeinderat der Gemeinde Geiersthal wendet sich deshalb mit nachfolgender Resolution, die am 13.10.2020 einstimmig gefasst wurde, an die Ministerin und die Bayerische Staatsregierung:

 

„Der Gemeinderat Geiersthal bittet die Bayerische Staatsregierung, vor allem das zuständige Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr unter Leitung von Frau Kerstin Schreyer, die Waldbahn Gotteszell-Viechtach nicht nur über 2021 hinaus weiterfahren zu lassen, sondern dauerhaft zu reaktivieren.

 

Zu den gegenwärtigen Vorgaben wäre es unerlässlich, das sog. 1000er-Kriterium zu erreichen. Wünschenswert wäre es hier, wenn die Politik neue Parameter für den ländlichen Raum schaffen würde, d.h. z.B. Einrechnung des Demographie-Faktors, Zählung auch am Wochenende. Hier sind die Vorgaben der Landesregierung gefragt.

 

Wir fordern das Ministerium auf, hier initiativ eine Neugestaltung der Reaktivierungskriterien zu

veranlassen.

 

Aus unserer Sicht gelten für die Reaktivierung von Bahnstrecken nicht für alle Strecken die gleichen Kriterien, da zu unterscheiden ist zwischen tatsächlich stillgelegten und entwidmeten Strecken und einer – wie vorliegend – voll einsatzfähigen und niemals wirklich stillgelegten, entwidmeten Strecke. Gotteszell - Viechtach Strecke war niemals entwidmet oder vollständig stillgelegt. Dies wäre in einem neuen Kriterienkatalog entsprechend zu berücksichtigen.

 

Die Strecke Gotteszell-Viechtach ist damit nicht mit einer investitionsintensiven Neubaustrecke oder Reaktivierungsstrecke zu vergleichen, sondern mit bestehenden Strecken. Die Bahnstrecke Viechtach-Gotteszell ist die beste Zubringerstrecke im Länderbahnnetz. Sie ist besser ausgelastet als der Durchschnitt der Nahverkehrsstrecken, wozu auch S-Bahnstrecken in Ballungsräumen gehören.

 

Die Instandsetzung der Infrastruktur ist erfolgt bzw. veranlasst. Zu nennen sind hier unter anderem die  zahlreichen Bahnübergänge entlang der Strecke. Auch die Gemeinde Geiersthal verwendet derzeit nennenswerte Steuergelder der Gemeindebürger für die Sicherung und den Ausbau des Bahnübergangs in Grandmühle, unterstützt durch staatliche Zuwendungen.

 

Diese Bahnstrecke leistet für unsere Region – im Raum mit besonderem Handlungsbedarf (RmbH) gemäß dem Landesentwicklungsprogramm Bayern / LEP - einen ganz wichtigen substantiellen Beitrag zur Tourismusförderung.

 

Deshalb bitten wir die Staatsregierung und die zuständigen Ministerien, den gesamten Landtag nochmals die Kriterien zur Reaktivierung zu überdenken. Insbesondere das 1000er-Kriterium gehört überprüft, weil es aus unserer Sicht dem Ziel der Raumordnung und Landesplanung widerspricht, gleichwertige Lebensbedingungen im gesamten Freistaat zu schaffen. Die Waldbahn im Bayerischen Wald ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des ländlichen Raums in Ostbayern und muss daher erhalten werden.

 

Die Bayerische Staatsregierung wird deshalb aufgefordert, die Kriterien für die Reaktivierung zu überprüfen und zu hinterfragen, zu prüfen, ob diese Kriterien tatsächlich auf die Bahnstrecke Viechtach-Gotteszell als bestehende Bahnstrecke anzuwenden sind und zuletzt zu prüfen, ob auf Grund der Tourismusrelevanz im vorliegenden Fall nicht eine andere Einzelfallbeurteilung erforderlich ist.

 

Alle Beteiligten wissen, dass diese Bahnstrecke ein fundamentaler Bestandteil des öffentlichen Personennahverkehrs ist, und es ist bekannt, dass die Fahrgastzahlen für die Bahnstrecke noch deutlich gesteigert werden können, wenn ein ergänzendes Angebot für die Zubringerstrecken etc. etabliert ist. Solche Planungen für den ÖPNV können allerdings erst dann sinnvoll umgesetzt werden, wenn es einen gesicherten Bahnbetrieb als Basis gibt. Nachhaltige Planungen auf einem wackligen Fundament, d.h. auf einem Probebetrieb, sind nicht möglich. Bitte ermöglichen Sie der Region nachhaltige ÖPNV-Planungen für die Zukunft. Dazu ist es erforderlich, dass JETZT der Probebetrieb in einen Dauerbetrieb überführt wird.

 

Probebetriebs-Verlängerungen verunsichern und verärgern die Region und verhindern nachhaltige Planungen für einen guten öffentlichen Personennahverkehr, der gerade in unserer wirtschaftlichen und strukturell benachteiligten und von der demographischen Entwicklung belasteten Gegend so wichtig ist.“

 

Foto: Gemeinde Geiersthal

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